Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Ruppert Kultur- und Politikgeschichte
Arbeitsstelle für kulturgeschichtliche Studien

Lehre im SS 2007

Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Ruppert



Kunst- und Kulturwissenschaften

T 07 S

Kandinsky zwischen „freier“ und „angewandter“ Kunst

Wasslily Kandinsky ( 1869 bis 1944) zählt zu den wichtigsten Künstler des 20.Jahrhunderts. Er gilt als der „Erfinder“ der Abstraktion. Das von ihm zusammen mit Franz Marc herausgegebene Manifest „der blaue Reiter“ wird als eines der einflußreichsten Künstlerprogramme der Moderne bewertet.
Das Seminar bietet einen Überblick über das Leben und Werk Kandinskys: die Jahre in München vor dem 1.Weltkrieg, die Zeit als Kulturfunktionär in der entstehenden Sowjetunion, seine Zeit am Bauhaus während der Weimarer Republik, die Altersphase in Paris.
Interessanterweise bewegte sich Kandinskys künstlerische Entwicklung in unterschiedlichen Phasen immer wieder im Spannungsfeld zwischen „freier“ und „angewandter“ Kunst. Er blieb zwar Maler, arbeitete aber immer wieder an den Syntheseversuchen der „nützlichen Künste“ mit.
Wir fragen auch nach den Gründen für seinen Aufstieg zum Heroen der Avantgarde im kulturellen Gedächtnis der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts

Do 12-14 Uhr
Ort Mie 215
Beginn: 17.April 2007


T 77 H / T 77 O

Die „60er Jahre“?
Der Wandel der Alltagskultur, die Gestaltung und die Kunst.

Was bedeutet unsere übliche Rede von „den Sechzigern“? Das Seminar untersucht zentrale Aspekte der Kultur- und Kunstgeschichte dieses Zeitraums. Beispielsweise wurden offenere Lebens- und Wohngemeinschaften erprobt, die nicht nur Veränderungen in den menschlichen Beziehungen sondern auch einen bewußteren Umgang mit den Dingen durch neue Einrichtungsstile zur Folge hatten. Die Erfindung von Stereoanlagen ermöglichte das intensivere Hörerlebnis des „sounds“ (Beatles, Rolling Stones, etc.). Die Ausweitung des Massenkonsums hatte verdichtete Einkaufszonen in den Städten zur Folge. Wie veränderte sich das Design der Dinge zwischen 1960 und 70? Gibt es einen Epochenstil „der 60er“ Jahre?
In der Kunst etablieren sich neue Formen des ästhetischen Ausdrucks mit industriellen Dingen und „Abfall“. Ein Bildhauer wie Joseph Beuys veränderte Schließlich sein Selbstverständnis hin zum politischen Künstler und der Arbeit an der Gesellschaft als „sozialer Plastik“. Gleichzeitig wird die Erfahrung der Geschlechterrollen von den Protagonistinnen der entstehenden Frauenbewegung aufgeworfen.
Viele Formen die die These von der Liberalisierung des kulturellen Lebens belegen. Worin besteht also der „Zeitgeist“ der „60er“ Jahre?

Do 17-19 Uhr
Ort Mie 218
Beginn: 17. April 2007


T 77 O

Kolloquium: Was ist Kulturgeschichte?

Die Lehrveranstaltung ist ein Ort des Diskurses über die Gegenstandsfelder und die methodischen Probleme der Kulturgeschichte. Es werden neuere Texte bearbeitet und Forschungsansätze zur Diskussion gestellt.

Persönliche Anmeldung erforderlich.

Die 18 - 21 Uhr
Ort Mie 218
Beginn: 17.April 2007


Politologie/Soziologie

T 66 O /T 66 H

Die ambivalente Aktualität von „1968“?
Zum Wandel der politischen Kultur der Bundesrepublik

In unserer politischen Kultur der Gegenwart ist die Chiffre „1968“ in einer merkwürdig ambivalenten Weise präsent. In kurzen Abständen werden Personen oder Ereignisse, die hiermit in Verbindung stehen, in den Medien kommentiert. Die Urteile über diese Zeit sind nach wie vor kontrovers.
Zugleich hat sich das geschichtliche Wissen von dieser Zeit, insbesondere der jüngeren Generation, häufig auf wenige Stichworte reduziert: Vietnamkrieg, RAF, die APO und die Hippiezeit, bestenfalls die sozialliberale Reformphase Willy Brandts.
Das Seminar beschäftigt sich daher mit beiden Ebenen gleichermaßen. Es fragt nach den unterschiedlichen Vorstellungen und Bewertungen von „68“, wie sie in unserer politischen Kultur kommuniziert werden. Darüber hinaus geht es darum, die Kenntnisse von dieser Zeit zu vertiefen, neuere Forschungsarbeiten und Dokumente heran zu ziehen.
Bei vielen Themen drängen sich Fragen nach dem Zusammenhang des politischen Wandels .der späten 60er Jahre mit der politischen Kultur unserer Gegenwart auf.

Die 16 – 18 Uhr
Ort Mie 215
Beginn: 19.April 2007



Stefan Gauß


Kunst- und Kulturwissenschaften

T 07 S / Modul 11

Das "Verschwinden der Dinge?"

Design, Konzept und Zeitgeist zwischen den 1980er Jahren und der Gegenwart

Seit den 1980er Jahren ist in den Debatten um die Diagnose des Zeittypischen kaum ein Gegenstand von seinem Verschwinden verschont geblieben. Behauptet wird, davon betroffen seien die Geschichte, die Jugend, die Materie, der Körper, die Realität, das Subjekt und vieles andere mehr – und eben auch die Dinge. Gleichzeitig wissen wir, dass die Dinge alles andere als verschwunden sind.
Was ist unter dem „Verschwinden der Dinge“ zu verstehen? Was sind die Grundlagen dieses Denkens? Wie hängen das Design der Dinge und ihre Konzepte mit der These zusammen? Wie ist die Debatte um die Dinge im Zeitgeist verankert? Welche Entwicklungen der materiellen Kultur und ihrer Bedingungen korresponieren hiermit?
Das Seminar gibt eine Einführung in den Diskurs um das Verhältnis der Menschen zu ihren Dingen, wie er innerhalb der letzten 25 Jahre geführt wurde. In einer kulturhistorischen Perspektive verbindet es gestaltungsgeschichtliche mit sozial- und mentalitätsgeschichtlichen Aspekten bei der Annäherung an die Fragestellung.

Fr 14 – 16 Uhr
Ort Str 207
Beginn: 19. Oktober 2007


 


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